Sport -Welt 2011
(07.02.2011/wis) Bedingt zufrieden zeigt sich Stefan Wegner mit dem Verlauf der letzten Saison. 8 Siege waren das Resultat, das der Trainer als „durchwachsen" bezeichnet. Doch gilt es zu beachten, dass seine Pferde 2010 nur 59 Starts absolvierten, was die Bilanz wieder etwas relativiert und das Ergebnis in einem gar nicht so schlechten Licht erscheinen lässt. „Die Anzahl von Startpferden war einfach zu gering, dazu gesellten sich dann auch noch einige Ausfälle, die wir eigentlich als Punktelieferanten auf der Karte hatten" resümiert Wegner das letzte Rennjahr. In der neuen Saison soll dagegen alles ganz anders werden: Mit einem nahezu vollen Stall wird sich im März das Wegner-Quartier präsentieren, das dann mit etwa 20 Pferden in die Grasbahnsaison starten wird. Und die Vorzeichen stehen gut, dass die Marke aus dem letzten Jahr damit überboten werden kann.
In der nicht einfachen Zeit im hiesigen Galopprennsport freut sich Stefan Wegner über das Vertrauen der Besitzer und hofft, dieses mit Erfolgen honorieren zu können. „Wir haben in diesem Jahr deutlich mehr Startpferde, so dass eine Tendenz zu mehr Siegen vorhanden sein sollte" äußert sich der Trainer zuversichtlich.
Die derzeitige Basis des Zweijährigen-Lots, das sich im März nach zwei Stutenzugängen zu einem Trio zusammenfinden wird, bildet Burning Spirit, eine Soldier Hollow-Tochter des Stalles Barbara. Die tolle Stute verkörpert ein beeindruckendes Exterieur und hat ihre ersten Lektionen gut gemeistert. „Sie ist noch nicht lange bei uns, ist ein aufgewecktes Pferd und weiß sich bereits schon mit schönen Bewegungen in Szene zu setzen", lobt Stefan Wegner seinen momentan noch einzigen Youngster. Und der Trainer äußert auch schon Pläne: „Ziel könnte mit ihr ein Auktionsrennen im Herbst sein. Zumindest wird sie von uns dahingehend vorsichtig aufgebaut", so Wegner.
Den Dreijährigen-Jahrgang eröffnet alphabetisch Somelikeithot, womit man gleich zu Beginn einem kapitalen Burschen gegenübersteht, der ebenfalls die Farben des Stalles Barbara vertreten wird. Der Sakhee-Sohn wurde bereits zweijährig intensiv gearbeitet und hat sich im Herbst über die Arbeit gut formiert und prächtig weiterentwickelt. „Der Verlauf seiner Entwicklung, seine Größe und tolle Abstammung wecken bei uns automatisch einige Hoffnungen", freut sich der Trainer. Demnach wird er noch Zeit benötigen, um sich bis zum Sommer weiter zu festigen, damit er nicht nur hinsichtlich seines Namens für heiße Endkämpfe bestens gewappnet sein wird Die Auktionsrennen werden von Stefan Wegner als ein mögliches Ziel genannt.
Das Duo der Dreijährigen vervollständigt Sterntänzerin, eine Doyen-Tochter aus der Zucht des Gestüts Erlenhof. Die Fuchsstute absolvierte im vergangenen Jahr bereits eine Zweijährigen-Kampagne, bei der sich bereits ansatzweise auszeichnen könnte. So erinnert man sich besonders gerne an ihren zweiten Lebensstart in Hannover, wo sie als Fünfte zur Siegerin und späteren Winterkönigin Djumama nicht weit geschlagen eine hervorragende Visitenkarte abgegeben hatte. Mit einem zweiten Platz auf der Neusser Sandbahn ging Sterntänzerin dann Ende November in die wohlverdiente Winterpause.
Bei den älteren Kandidaten kann Stefan Wegner auf eine ganze Reihe von etablierten Schützlingen vertrauen, die in diesem Jahr die Basis für eine erfolgreiche Saison bilden sollten. Nicht gerade zu den Frühaufstehern zählt der vierjährige Angiolini, der lange Zeit gebraucht hat, um sich zu festigen. Während sein erster Auftritt an Silvester in Neuss noch etwas blass wirkte, brachte der Areion-Sohn Ende Januar bei seinem zweiten Auftritt an gleicher Stelle schon deutlich mehr Farbe ins Spiel. Platz fünf war das Resultat, auf das sich sicher beruhigt aufbauen lässt. „Wir werden an ihm sicher Freude haben und er sollte für den einen oder anderen Punkt sorgen können. Er könnte zu gegebener Zeit auch in Frankreich an den Start kommen", lautet ein Fernziel des Trainers, der sich zunächst aber einen Eindruck verschaffen muss, was das Pferd wirklich kann, bevor konkrete Auslandspläne geschmiedet werden können.
Zufrieden zeigt sich Stefan Wegner mit der Entwicklung von Erich Oehlschlägers Baracoa, die im vergangenen Jahr durch Siege in Bad Doberan und Hannover maßgeblich zum Jahresergebnis beitragen konnte. „Sie hat uns die Geduld, die wir bei ihr aufgebracht haben, gedankt", freut sich ihr Trainer, der über die Goofalik-Tochter hinzufügt, dass sie auch in diesem Jahr vor einer guten Saison stehen sollte: „Sie steht bei einer guten Marke und sollte deshalb noch etwas im Tank haben", so Wegner.
Ein noch wenig beschriebenes Blatt ist die vierjährige Stute Etali, die dreijährig dreimal an den Start kam. Dazu Stefan Wegner: „Bei ihrem Debüt in Bremen ist sie ohne Bindung zum Feld gelaufen, aber sie hat bereits dort gleich gecheckt, was los ist. Daraufhin hat sie bei ihrem zweiten Start in Dresden gleich einen dritten Platz belegt. Sie ist eine quirlige und sehr aufgeweckte Stute, die mit Sicherheit nicht lange sieglos bleiben sollte."
Als wackelige Angelegenheit ist dagegen die Zukunft von Genie zu bezeichnen. Die vierjährige und noch ungeprüfte Black Sam Bellamy-Tochter („eine große Stute mit tollem Charakter", so Wegner) könnte möglicherweise in Kürze in die Zucht wechseln.
Eine ganz starke Saison muss man dem Big Shuffle-Sohn Glad Royal bescheinigen, der ein schweres Programm zu absolvieren hatte, sich dabei aber bis in den Spätsommer hinein glänzend aus der Affäre gezogen hatte. Zwar gelang Ende Mai nur ein Sieg in Hoppegarten, doch folgten danach eine ganze Reihe von beachtlichen Platzierungen, die an Zuverlässigkeit nichts vermissen ließen. „Gegen Ende des Jahres zeigte seine Formkurve in Hoppegarten und Baden-Baden aber dann nach unten, so dass er über Winter nun Zeit zur Regeneration erhalten hat. Der kräftige Big Shuffle-Sohn hat die Zeit jedenfalls gut genutzt und kräftig aufgepackt, so dass man auf seinen weiteren Werdegang in diesem Jahr sehr gespannt sein darf. „Er ist ein kerngesundes Pferd, so dass einer Wiederholung der guten Performance nichts im Wege stehen sollte" ergänzt Wegner zu seinem Schützling, der im vergangenen Jahr für viel Freude gesorgt hat.
Eine verletzungsbedingte Auszeit musste Gupido in Anspruch nehmen, der das letzte Jahr auf der Koppel verbracht hat, nun aber wieder zu neuen Taten in den Startlöchern steht. Der bildschöne sechsjährige Lando-Sohn sollte in diesem Jahr nach den Worten des Trainers über Distanzen ab 2000 Metern und passend gutem Boden für ein/zwei Siege gut sein.
Mit dem Pech im Bunde war der vom Gestüt Ammerland gezogene Herreshoff, der bisher weder in Fluss, noch in Rhythmus war. Der vierjährige Boreal-Sohn aus der Hold Off hat mit der Großmutter Hold on eine direkte familiäre Verbindung zu Hurricane Run, der Hold on als Mutter hat. Nicht nur deshalb erwartet Stefan Wegner von ihm nach vier eher nichtssagenden Auftritten aus dem Vorjahr nun eine deutliche Steigerung. „Der schöne Hengst ist ein interessantes Startpferd, so dass wir auf seine nächsten Auftritte schon sehr gespannt sind", freut sich Wegner.
Noch nicht lange im Stall ist Mercyless, ein fünfjähriger dunkelbrauner Wallach, der unter der Handschrift seines vorherigen Betreuers im Vorjahr bei zwei Versuchen in Frankreich den Hinderniskurs nicht beenden jobbte. Der Goofalik-Sohn wird als ein sehr umgänglicher und feiner Charakter mit stabiler Struktur beschrieben. Er soll über Flachrennen sorgfältig für eine Hinderniskampagne aufgebaut werden, womit die ersten beiden Formen seiner Karriere schnell in Vergessenheit geraten sollten.
Als super agiles Pferd geht My Song durch, die als hellwach beschrieben wird. Die vierjährige Kingsalsa-Tochter präsentierte sich in einer sehr frühen Phase ihrer Karriere bereits sehr konditionsstark, was ein Sieg und mehrere Platzierungen aus dem Vorjahr belegen. Berücksichtigt man dabei, dass die Vierjährige einige Male recht unglücklich agierte, sind ihre Leistungen noch mehr hervorzuheben. „Beim Saisonfinale in Hannover hat sie ihre Marke vollauf bestätigt, so dass sie in diesem Jahr für die besseren Stutenrennen in Betracht kommen könnte", hofft Stefan Wegner.
Aus dem Quartier von Torsten Mundry ist die Sinndar-Tochter Nevis zu Stefan Wegner gekommen, deren Mutter Narnia in Frankreich in Gruppe- und Listenrennen zuhause war. Die Vierjährige verkörpert zwar nur ein kleines Modell, doch hat sie bei ihren bisherigen drei Starts schon gute Ansätze gezeigt. Der Trainer bescheinigt ihr viel Herz und Tatendrang und ergänzt schmunzelnd mit einer duckenden Bewegung: „Wenn da der Knoten platzt …!"
Super beständig präsentierte sich im letzten Jahr der achtjährige Owentuo, der wieder zur alten Form gefunden hat. Mit drei Siegen, darunter ein Erfolg im Ausgleich II, drei zweiten Plätzen im Ausgleich I, sowie weitere Platzierungen in Serie, konnte sich der Areion-Sohn nicht nur hierzulande, sondern auch bei seinen ´Frankreich-Auftritten, nahezu die ganze Saison über durch große Formkonstanz auszeichnen. „Er ist bestens durch den Winter gekommen, so dass er hoffentlich schnell an seine Leistungen aus dem letzten Jahr nahtlos anknüpfen kann" so Wegner.
Ihren ersten Start für das Wegner-Quartier absolvierte Ende November auf der Neusser Sandbahn die zuvor von Uwe Ostmann für das Gestüt Auenquelle trainierte Stute Riberia, die allerdings eine Enttäuschung für ihr neues Umfeld war. „Wir haben dafür aber eine Erklärung gefunden", berichtet Wegner, der ergänzt „Sie sollte noch etwas Zeit benötigen, dann aber vor einer guten Saison stehen. Sie vertritt ein GAG von 56 Kilo, was ihr viele Möglichkeiten eröffnet. Wenn sie sich findet, dann sollte es mit ihr richtig abgehen", hegt Stefan Wegner berechtigte Hoffnungen an die Adresse der vierjährigen Seattle Dancer-Tochter, für die zwischenzeitlich der in Hannover durch seine Wunderstute Roseate Wood noch bestens Bekannte Rolf Kopf als Eigner verantwortlich zeichnet.
Wie schon in den vergangenen Jahren setzt man bei der Jockeywahl insofern Prioritäten, als dass für jedes Pferd die bestmögliche Rittverpflichtung getätigt werden soll. Und auch hinsichtlich der Zielorte von Expeditionen gibt sich Stefan Wegner nach allen Seiten hin offen: „Es ist gut möglich, dass wir das eine oder andere Mal in Frankreich laufen werden. Aber grundsätzlich richtet sich alles danach, wo wir Siegchancen haben und wo wir Geld verdienen können. Treffen diese beiden Punkte zusammen, dann wird mit uns zu rechnen sein."